Im Gespräch mit Henry Nitzsche: „Sachpolitik vor Parteipolitik“

By organisator

[Henry Nitzsche ist seit einer Rede, in welcher er sagte, dass Berlin nie wieder von "Multikulti-Schwuchteln" regiert werden dürfe, um vom "Schuldkult" herunterzukommen, nur noch Ex-CDU-Bundestagsabgeordneter. In Sachsen hat er sich seitdem mit dem kommunalen Bündnis "Arbeit Familie Vaterland" einen Namen gemacht und sitzt als Fraktionschef desselben im Bautzener Kreistag, wo er erst kürzlich mit seiner Kandidatur für das Amt des Ausländerbeauftragten für Empörung unter den Etablierten sorgte. Wir haben ihm ein Paar Fragen gestellt.]

PFS: Herr Nitzsche, es gab bisweilen Gerüchte, dass Ihr Bündnis AFV gemeinsam mit Republikanern, DSU und SVP zur Landtagswahl 2009 antreten wolle. Stimmt dies? Welche (weiteren) Wahlantritte sind geplant? Zudem haben Sie in einem Interview im November 2008 geäußert, dass es Ihr Ziel ist, die rechten und konservativen Kräfte in Sachsen zu bündeln. Gelingen soll Ihnen dies über den Erfolg, der bekanntlich „sexy“ macht. Wie stehen Ihrer Meinung nach die Chancen für eine Bündelung mit REP, DSU und SVP?

Henry Nitzsche: Fest steht, daß unser Bündnis bei der kommenden Kommunalwahl (Gemeinde und Stadtratswahlen) in unserem Kreis antreten wird. Ziel ist es hierbei, in etlichen Gemeinden stärkste politische Kraft zu werden. Dies war mir ja auch schon bei der vergangenen Landratswahl gelungen.

Zu welcher weiteren Wahl wir antreten werden, darüber möchte ich mich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern, auch auf Rücksicht auf verschiedene Personen, mit denen ich derzeit in Kontakt stehe. Mir ist durchaus klar, daß wir für einen Wahlantritt zugfähige Köpfe und Partner brauchen.

Was ein Bündnis mit den angesprochenen Parteien betrifft: Das lässt das Wahlgesetz gar nicht zu. Es steht aber allen Beteiligten offen, sich uns anzuschließen. Allerdings nur unter unserer Fahne. Die Republikaner sind in Sachsen eigentlich nicht existent. Und auch die Sächsische Volkspartei verdient die Bezeichnung als Partei eigentlich nicht. Sie schafft es ja nicht einmal die für einen Wahlantritt notwendigen Unterstützungsunterschriften zusammenzubekommen. Die DSU verfügt noch über Reststrukturen und einige fähige Köpfe. Dies rechtfertigt aber keinen Führungsanspruch. Das haben die Ergebnisse bei der vergangenen Kommunalwahl mehr als deutlich gemacht. Die DSU ist nicht mehr das, was sie einmal war.

Wie gesagt, es ist jeder herzlich eingeladen, bei uns mitzumachen. Mir ist aber auch klar, daß allein das für einen erfolgreichen Wahlantritt nicht ausreicht. Dafür braucht es drei, vier Köpfe, die sachsenweit bekannt sind und auf einer Liste jeweils mindestens 10-15 Prozent holen. Von den von Ihnen genannten Parteien, verfügt keine über eine einzige solche Person.

PFS: Wie stehen Ihrer Meinung nach die Chancen auf eine Bündelung wirklich aller konservativer und rechter Gruppen in Sachsen, sprich: Wie sehen Sie die Zukunft der NPD, die ja bekanntlich nicht nur bei Ihrer Kandidatur für das Amt des Ausländerbeauftragten des Kreises Bautzen klare Signale des Willens zur Zusammenarbeit ausgesandt, sondern auch dem nationalkonservativen CDU-Landtagsabgeordneten Volker Schimpff Avancen gemacht hat?

Henry Nitzsche: Zusammenarbeit ist nur sinnvoll, wenn sie den Beteiligten nützt. Ich kann mir nur schwer vorstellen, was und wem eine Zusammenarbeit von AFV und der NPD nützen soll. Beide Kräfte rekrutieren sich aus einem unterschiedlichen politischen Spektrum. Beide sprechen unterschiedliche Wählerkreise an. Selbst wenn einige politische Schnittmengen erkennen wollen, dürften diese kaum ausreichen, ein Bündnis zu schmieden. Wenn das Band ein denkbar kleiner gemeinsamer Nenner sein soll, würde es schnell reißen. Über kurz oder lang zerlegt sich ein solches Bündnis von selbst. Vor allem wenn es einem so hohen politischen und medialen Druck ausgesetzt sein wird, wie dies bei einem rechten Bündnis der Fall wäre. Das Beispiel der ITS-Fraktion im Europaparlament hat das nur zu deutlich gezeigt. Was aber eine Zusammenarbeit auf parlamentarischer Ebene anbelangt, gilt für mich der politische Grundsatz: Sachpolitik vor Parteipolitik. Wer die besten Anträge macht, gewinnt meine Unterstützung.

Nach der Zukunft der NPD dürfen Sie allerdings nicht mich fragen. Da müssen Sie sich schon selbst an die Betroffenen wenden. Meine persönliche Meinung ist: Die NPD steht derzeit unter einem immensen Druck. Da ist zum einen der Staat, der mit allen Mitteln versucht, der Partei nun finanziell den Garaus zu machen, nachdem es für ein Verbot vor dem Verfassungsgericht nicht ausgereicht hat. Da sind aber auch die extremen Spannungen und Flügelkämpfe innerhalb der Partei. Für die kann niemand anderes verantwortlich gemacht werden, als die verantwortlichen Protagonisten selbst. Und nur die können diese überhaupt noch lösen. Ob allerdings alle Beteiligten daran ein Interesse haben, da drängen sich mir manchmal schon Zweifel auf.

PFS: Herr Nitzsche, wir danken Ihnen für das Gespräch!

19 Antworten zu „Im Gespräch mit Henry Nitzsche: „Sachpolitik vor Parteipolitik““

  1. N.I.L. sagt:

    Hier bemerkt man auch den Unterschied zwischen einem Politiker (ausnahmsweise im positiven Sinne) und den ProXY Protagonisten, auch hier ein nein zur engen Zusammenarbeit mit der NPD aber das ganze in politisch neutralen Worten mit gleichzeitigem offenlassen einer „Hintertür“.

  2. kranz sagt:

    Alle „Rechten“ finden immer schnell Argumente, warum der mit dem und umgekehrt NICHT kann, anstatt sich mal ernsthaft in Gesprächen zu bemühen, EINE einheitliche nationale Kraft bundesweit auf die Beine zu stellen. So wird nur unnötig Zeit vergeudet, die wir eigentlich nicht mehr haben.

  3. derernst sagt:

    Ja, da hat er allerdings auch wieder Recht…

    Wobei ich nach wie für auf die Einheit aller Rechten hoffe.

  4. Wahr-Sager sagt:

    Henry Nitzsche ist seit einer Rede, in welcher er sagte, dass Berlin nie wieder von „Multikulti-Schwuchteln“ regiert werden dürfe, um vom „Schuldkult“ herunterzukommen, nur noch Ex-CDU-Bundestagsabgeordneter

    Ah, das ist also der Grund für seinen Ausschluss. Respekt für die Offenheit und Ehrlichkeit von Henry Nitzsche! Er sollte für seine Partei eine sexy aussehende Frau einstellen – so wie es die LINKE auch mit Julia Bonk und Sahra Wagenknecht macht.

  5. VoxPopuli sagt:

    NIL hat es gut auf den Punkt gebracht. Man kann sachliche Debatten führen, ohne sich direkt jede Verhandlungsmöglichkeit abzuschneiden.

    Und vielleicht ist es ja wie bei FPÖ und BZÖ. Nitzsche kann sicher andere Personen ansprechen als die NPD und umgekehrt. Solange man in der Sache für Deutschland arbeitet und sich nicht allzu sehr zur Konkurrenz wird, ist das ein Weg.

  6. NPD KV UNNA / HAMM sagt:

    Die Ausgegrenzten sollten niemanden ausgrenzen, das hilft ihnen auch nicht.
    http://www.npd-unna.de

  7. Faber sagt:

    „Wenn das Band ein denkbar kleiner gemeinsamer Nenner sein soll, würde es schnell reißen.“

    Na also! Alle „Blut-und-Boden-Sozialisten“ raus aus der NPD, dann wird der Nenner größer.

  8. pro-pagandist sagt:

    @NPD KV Unna / Hamm:

    Wann erfolgt eigentlich der Kommunalwahlantritt in Ihrer Hochburg Unna?

  9. Nationalrevolutionäre Aktion sagt:

    Eine Einheit „aller Rechten“ und National eingestellten? Wo denken Sie hin…. bevor das der Fall ist zerlegen sich die letzten aufrechten Deutschen lieber selber…. Oder der sogenannte „Verfassungsschutz“ greift ein.

  10. Antiislamist sagt:

    @ NPD KV Unna

    Gratulation! Ihr erster Beitrag der länger als eine Zeile ist. Sie haben sogar die Zwei-Zeilen-Marke mit einem ganzen Wort durchbrochen. Wenn sie soweiter machen erreicht ihre Partei in Hessen womöglich bald mal 1 Prozent, statt mit 0,9 kläglich an der Wahlkampfkostenrückerstattung zu scheitern…

  11. derernst sagt:

    Antiislamist,

    :D

  12. Anonym sagt:

    Zitat Wahr-Sager: „Er sollte für seine Partei eine sexy aussehende Frau einstellen – so wie es die LINKE auch mit Julia Bonk und Sahra Wagenknecht macht.“

    Aber bitte eine mit etwas mehr Verstand und Bezug zur Realität…

  13. Wahr-Sager sagt:

    Das versteht sich von selbst.

  14. NPD KV UNNA / HAMM sagt:

    Antiislamist und pro-pa niedliche Beiträge. Damit haben Sie sich bestimmt den großen Beisicht-Gedächtnis-Orden verdient.
    http://www.npd-unna.de

  15. leser sagt:

    N.I.L. sagt:

    Februar 2, 2009 um 15:38
    Hier bemerkt man auch den Unterschied zwischen einem Politiker (ausnahmsweise im positiven Sinne) und den ProXY Protagonisten, auch hier ein nein zur engen Zusammenarbeit mit der NPD aber das ganze in politisch neutralen Worten mit gleichzeitigem offenlassen einer “Hintertür”.

    Find ich auch, da gibts nichts zu meckern.

    Auch der Satz läßt hoffen.
    „Sachpolitik vor Parteipolitik. Wer die besten Anträge macht, gewinnt meine Unterstützung.“

  16. Harald sagt:

    NPD Unna
    Ach wie armselig, wenn Sie einen Kommentator wegen der harmlosen Frage, warum ein KV, der im Weltnetz immer groß die Klappe aufreißt, nicht in seinem eigenen Gebiet zur Wahl antritt, gleich in die Beisicht-Ecke stellen. Wenn sie nichts anderes bieten können, kann man ja nur froh sein, daß Leute wie Sie die nationale Opposition nicht in den Parlamenten vertreten.

    Auch bei Antiislamist (solche soll es Gott sei Dank ja auch in der NPD noch geben) ist nicht erkennbar, warum der Schreiber automatisch ein Anhänger von PRO sein muß, bloß weil ihm Ihre dünnen, stereotyp wiederholten Phrasen nicht gefallen.

  17. NPD KV UNNA /HAMM sagt:

    Sehen Sie einmal Harald, oder wie wir Sie nennen sollen, dann tuen wir Ihnen doch sogar noch einen Gefallen.
    Sie brauchen sich aber nicht zu bedanken.
    http://www.npd-unna.de

  18. Kolle sagt:

    Bonk und sexy? Boah bist Du eklig! In natura ist die völlig unansehnlich. Nietzsche und rechts? Auch falsch! Er ist lediglich konserativ. Ein echter Demokrat halt.

  19. Walküre sagt:

    Nur gemeinsam sind wir stark, Wann lernen das die Deutschen endlich?
    Wenn wir eine Unmenge kleiner Parteien bilden, dann lachen uns die großen Parteien aus.
    Über Afrika lacht die Sonne, über Deutschland die ganze Welt.

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