NPD-Generalsekretär Peter Marx: „Ich erwarte, dass ein neuer Vorsitzender gewählt wird!“

By organisator

Kandidat: Holger Apfel

…und tippt auf Holger Apfel! Andreas Molau will nicht antreten!

Die Luft für Noch-NPD-Chef Udo Voigt wird zusehends dünner. Generalsekretär Peter Marx erwartet Führungswechsel im Frühjahr 2009 und tippt auf sächsischen Fraktionsvorsitzenden Apfel als Nachfolger von Udo Voigt. Andreas Molau will nicht kandidieren.

Die erneuten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Fall Kemna lassen die Luft für NPD-Parteichef Udo Voigt zusehends dünner werden. Nun hat sich sogar sein Generalsekretär Peter Marx im Gespräch mit einer Zeitung zur Aussage „Ich erwarte, dass ein neuer Vorsitzender gewählt wird“ hinreissen lassen. Obwohl das seit der Veröffentlichung eines internen Briefes, in dem ein Sonderparteitag für Anfang 2009 angekündigt wird, jeder zweitklassige Beobachter ebenso erwartet, so stellt die Aussage dennoch ein Novum dar, da bisher noch gar nicht feststeht, ob Udo Voigt auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Zugleich tippt Marx auf den Vorsitzenden der sächsischen Landtagsfraktion, Holger Apfel, als Nachfolger – was freilich nicht unbedingt etwas bedeuten muss.

Aus dem Rennen: Andreas Molau

Wie weiters bekannt wurde, schließt der „Intellektuelle“ der Partei, der Niedersachse Andreas Molau, einen Antritt aus – dies dürfte wohl zumindest die Spekulationen, denen zufolge eine Tandemvariante von Molau zusammen mit dem mecklenburg-vorpommerischen Fraktionsvorsitzenden Udo Pastörs möglich wäre, verstummen lassen.

Kandidat: Udo Pastörs

Damit dürften derzeit vor allem drei Kandidaten in der engeren Auswahl stehen. Zum Einen besagter sächsischer Fraktionsvorsitzender Holger Apfel, zum Anderen der ebenfalls bereits genannte – und schon mehrfach seine Ambitionen auf das Amt verkündende – Udo Pastörs, Fraktionsvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern. Zu guter Letzt fällt vor allem in Kreisen der freien Kräfte immer wieder der Name des Vize-Parteivorsitzenden, passionierten Rassenforschers und Anwalts Jürgen Rieger. Der hat jedoch im Vergleich zu Apfel und Pastörs auf politischer Ebene bislang kaum Erfolge vorzuweisen – im Gegenteil: Der Hamburger Landesverband liegt seit seiner Übernahme durch Rieger mehr als brach. Dennoch ist Rieger ein wichtiger Mann, ist er doch derjenige, der die Partei juristisch berät und mit seinem Millionenerbe sowie den Erlösen aus seinen Schein-Immobiliengeschäften – so munkelt man – gelegentlich unter die Arme greift. 

Kandidat: Jürgen Rieger

Gesamtheitlich gesehen dürfte die Partei unter Apfel bürgerlicher, unter Rieger radikaler werden und unter Pastörs in etwa gleich ausgerichtet bleiben wie bisher. Dafür sprechen einerseits die Austritte einiger Radikaler in Sachsen, welche sich vom – in ihren Augen – „Bonzen“ Apfel abwandten, andererseits die Angesehenheit von Pastörs sowohl im bürgerlichen als auch im radikalen Lager, sowie drittens und letztens die Beliebtheit von Rieger in Kreisen der freien Kräfte sowie der bekennenden „Nationalen Sozialisten“ innerhalb der NPD. Wie dem auch sei, die Wahl im Superwahljahr 2009 wird mehr als spannend!

15 Antworten zu „NPD-Generalsekretär Peter Marx: „Ich erwarte, dass ein neuer Vorsitzender gewählt wird!““

  1. VoxPopuli sagt:

    In der NPD scheint es zu rumoren.

    Ich bin seit jeher für Pastörs. Er hat gute Arbeit in MV geleistet und kann nach außen auftreten. Seine Stimme und seine Rhetorik überzeugen. Seine Ansichten können beiden Lagern gerecht werden.

    Er wäre der Kandidat, der die Rechte langfristig einen und damit zum Erfolg führen kann.

  2. Bürger Frankens sagt:

    Kann Vox Populi nur zustimmen, würde aber auch noch ein gleichbereichtigten „Führungsrat“ mit einem Sprecher vorschlagen, in dem neben Pastörs auch noch Molau, Roßmüller, Voigt und wg. mir auch Rieger vertreten sein sollte. Dies würde neben den derzeitigen Flügeln auch glaubhaft den Willen unterstreichen, für neue Wählerschichen offen zu sein.
    Man sollte Rieger auch nicht immer als „passionierten Rassenforscher“ reduzieren, er ist schließlich auch noch Chef der Artgemeinschaft GGG. Wer schon einmal Feierstunden dort erleben durfte, wird dies sicherlich als schönes bewegendes Erlebnis in Erinnerung haben.

  3. Beobachter sagt:

    Ich befürchte, dass Pastörs in der Öffentlichkeit zu sehr als Göbbels rüberkommen und potentiell „bürgerlich-konservative“ Wähler eher abschrecken würde. Allerdings denke ich, dass er noch die größte integrative Kraft besäße, eine Wahl von Apfel oder Rieger würde wohl zu einer Spaltung der Partei führen. Wichtig wäre, dass sich die Leute im Vorfeld auf einen Kandidaten einigen, und es zu keiner Kampfabstimmung kommt. Da steht Voigt in der Verantwortung. Rieger macht seine Sache in HH im übrigen gar nicht schlecht.

  4. VoxPopuli sagt:

    Gut, von mir aus auch ein Rat. Dieser wird aber schnell das Problem haben, dass sich einer gleicher unter den Gleichen fühlt – dies wird vermutlich der Sprecher sein.

    Wenn es aber wenigstens für den Wahlkampf reicht, wäre viel gewonnen. Wenn Pastörs Spitzenkandidat wird, ist ihm nicht nur meine Stimme sicher (die haben sie selbst mit Rieger), sondern auch die vieler anderer. Ich habe das selbst mal angetestet bei Leuten, die weniger Politikahnung haben. Auch da kommt Pastörs gut an und wer schon mal seine spontane Rede vor dem Sachsentag gesehen hat, begreift, welches Potenzial in ihm steckt.

    Und die Zeiten werden, wir von mir erhofft, härter. Heute habe ich die Meldung von Thyssen vernommen, dass die Werksferien verlängert werden. Die Krise ist also schon zu den Ausgangsorten, den Rohstoffverarbeitern durchgedrunge. Dass heißt, dass sie jetzt die gesamte Produktionskette ergriffen hat. Und wir sind erst am Anfang.

    Man erinnere sich an Oktober zurück, den Schwarzen Montag. Da war von einer Begrenzung auf den Kapitalmarkt die Rede und einer schnellen Lösung durch die Hilfsprogramme.

    Nur einen Monat später hat es die Realwirtschaft voll erwischt. Letzte Woche hieß es, wir verlieren 215 000 Arbeitsplätze nächstes Jahr (merkt ihr den Trick, dass damit noch nicht 2010 angesprochen wurde). Nun geht ein Institut von 700 000 Verlust aus. Wohl gemerkt, wir sind Mitte November.

    Vielleicht erinnern wir uns einfach mal Mitte Dezember an heute zurück. Solche Überlegungen sind nützlich, um die Schnelllebigkeit der Zeit und die Verlogenheit mancher Institutionen zu erkennen.

    Die Krise ist noch nicht im Privaten angekommen und so gibt es zwei Welten, die Öffentliche mit den schlechten Nachrichten und die Private, in der alles noch so läuft wie bisher (nachzulesen in einer Denkschrift des Allensbach-Instituts in der aktuellen WirtschaftsWoche). Deshalb haben wir einen Anstieg des Konsums zur Weihnachtszeit (die Menschen haben auch mehr Geld wegen sinkender Spritpreise). Der wird aber rapide einbrechen, wenn die Krise voll auf die Privathaushalte durchgeschlagen ist.

    Das war jetzt zwar ein bisschen OT, aber es sollte die Chancen aufzeigen, die sich 2009 bieten. Die NPD muss sie nutzen, am besten mit Pastörs. Dann wanken die Eckpfeiler der Republik!

  5. VoxPopuli sagt:

    Hah, Nachtrag:

    Die amerikanische Notenbank spült 800 Milliarden Dollar (!!!) in den Markt. Erst die 700 Milliarden, jetzt nochmal soviel. Vielleicht meldet sich Sauerlaender mal wieder. Aber ein paar Goldbarren können bald echt nicht schaden…

  6. AlterHund sagt:

    Im Hinblick auf das bevorstehende „Super-Wahljahr“ und die jetzt eintretende Weltwirtschaftskrise wären alle Aktivitäten wichtiger als ein Sonderparteitag und die Wahl eines neuen Vorsitzenden. Die andauernde Verfolgung der Partei durch die Bundestagsverwaltung, die Finanzbehören u.a. (was sich in der neuesten Durchsuchungsaktion in der Parteizentrale niederschlägt) oder auch die erneute Hessen-Wahl im Januar (die man nicht erwarten konnte) erfordern eigentlich sofortiges Handeln. Voigt hat den Fall Kemna (an dem sich aufgehängt wird) sowieso nicht allein zu verantworten, Apfel und Rieger sind jetzt schon seine Stellvertreter, und dem Vorstand gehören u.a. auch Pastörs oder Marx an. Ich habe immer große Stücke auf Voigt gehalten, weil er mehr für die NPD getan und erreicht hat als jeder andere Vorsitzende seit Adolf von Thadden, dazu gehört auch der „Volksfront von rechts“-Gedanke und der D-Pakt mit der DVU. Ich sehe ein, daß sein Ansehen durch den Fall Kemna beschädigt wurde, aber doch nicht allein nur seines? Was ist das eigentlich für ein Vorstand, der untereinander so unsolidarisch ist, daß in jeder größeren Krise nach „Lösungen“ gesucht wird, wie man sie von den etablierten Parteien aus den täglichen Nachrichtensendungen kennt! Die NPD will anders sein als andere Parteien, benimmt sich aber genauso und ist es, abgesehen von der politischen Grundhaltung, offenbar auch. Dem Wahlvolk wird es egal sein, wer an der Spitze steht, es kennt die Herren sowieso nicht, sodaß der Sonderparteitag an sich weder positiv noch negativ auf es wirkt. Gedanken muß man sich aber um den Zustand der NPD machen. Uns stehen extreme Zeiten mit gewissen Chancen für rechts bevor, aber ich sehe momentan wenig Anzeichen, daß die NPD dies erkannt hat und nunmehr solidarisch und vereint kämpfen will.

  7. organisator sagt:

    @AlterHund

    „Dem Wahlvolk wird es egal sein, wer an der Spitze steht, es kennt die Herren sowieso nicht…“

    Bedenke mal die Wirkung nach innen. Ein agiler Pastörs dürfte motivierender wirken als die Schlafpastille Voigt (das hat nichts mit Verdiensten zu tun!).

  8. Arminius sagt:

    Pastörs ist der richtige Mann!

  9. derernst sagt:

    Pastörs hat natürlich die Gefahr, dass seine laute Rhetorik abschreckt. Aber ich denke, dass er durchaus das Zeug dazu hätte die Partei zu einen, zu reformieren und zu weiteren Erfolgen zu führen.

  10. Beobachter sagt:

    Egal, wer es wird, die Gefahr einer Spaltung ist gegeben. Sollte es Pastörs werden, so ist damit zu rechnen, dass Rieger sich abspaltet. Er macht in HH überraschend gute Arbeit und arbeitet auch eng mit dem Landesverband in SH zusammen.

    http://www.npd-hamburg.de/

    Deshalb wäre es das Sinnvollste, man würde erst nach den Wahlen einen Wechsel an der Spitze vollziehen. Eine Spaltung kurz vor den acht Kommunalwahlen im Juni und vor den Landtagswahlen im August (Sachsen, Thüringen, Saarland) würde nur den anderen dienen. Man kann allerdings davon ausgehen, dass der VS alles daran setzen wird ein Zerwürfnis vor den Wahlen herbeizuführen. Deshalb wird es wohl dazu kommen:-)

  11. Meckerer sagt:

    Mit Herr Rieger hätte die NPD einen Mann mit Hintergrund und intelligent dazu der die NPD fördern könnte. Ich bin sicher er vergreift sich nicht an der Parteikasse. Aber solange der VS das sagen hat ist die NPD uninteressant als Partei.

  12. Sauerlaender sagt:

    @all

    Da ich die NPD Führung nicht näher kenne, kann ich mir kein Urteil zu den innerparteilichen Vorgängen erlauben.

    @VoxPopuli

    Gold und Silber schadet nie, davon bin ich immer noch überzeugt, Stichwort zukünftige Hyperinflation. Die amerikanische Gelddruckmaschine läuft Tag und Nacht, ich habe das Gefühl, das einzige, was in den USA produziert wird, sind Dollars. Die Frage lautet nicht, ob der Dollar implodiert, sondern wann….
    Siehe:
    http://www.mmnews.de/index.php/200811251616/MM-News/Dollar-wie-Sand-am-Meer.html

  13. VoxPopuli sagt:

    @ Sauerlaender:

    Du bist da, wenn man Dich ruft, sehr gut. Und besten Dank für den Hinweis. Aber Deine Erläuterungen hier im Blog könnten eines Tages wirklich bittere Wahrheit werden.

    Zu Pastörs`lauter Rhetorik, die angeblich bürgerliche Wähler abschreckt. Hallo?
    Schlaftabletten haben wir seit FJS genug gehabt. Soll die NPD einen Ronald Pofalla als Vorsitzenden wählen. Sie ist Oppositionspartei und MUSS kämpferisch auftreten, weil sie ja das Neue ist.

    Und dass Voigts Kopf rollen muss wegen der Sache Kemna ist auch irgendwie klar. Das ist in jeder GRuppe so, egal, ob Partei oder nicht. Bei groben Fehlern muss sich die Wut an einem entladen – egal wie viel Mitschuld der trägt. Für gewöhnlich ist das eben der Vorsitzende.

    Voigt hat sicher viel getan für die NPD und das steht hier auch gar nicht zur Abrede. Aber nun brauchen wir Menschen mit Charisma und Führungsstärke. Und wer Pastörs schon mal reden gehört hat, der weiß, dass er genau der richtige Mann dafür ist.

    Und ob der VS das Sagen hat, werden wir ja sehen. Wenn Pastörs kandidiert und er es wird, dann dürfte der Einfluss des VS doch begrenzt sein.

    Außerdem muss man ja folgendes beachten: Die V-Leute sind ja meist Menschen, die irgendwann einmal aus anderen Gründen beigetreten sind und die der Staat dann anwarb. Der kann denen zwar befehlen, einen bestimmten Kandidaten zu wählen, doch ich glaube, dass dieser Restidealismus bei den V-Leuten irgendwann wieder durchkommt. Und bei einer geheimen Wahl können sie immer das behaupten, was der VS von ihnen will, ohne dass sie es machen. Sollte der Kandidat gewählt werden, den der VS nicht will, können sie gegenüber ihren Kontakleuten behaupten, andere hätten sich nicht an die Anweisung gehalten (das ist insofern als Tipp zu begreifen, falls ein V-Mann mitliest, dessen Idealismus vielleicht noch nicht korrumpiert wurde).

    Die Chancen, die alten Ideale noch durchzusetzen, sind gestiegen in der aktuellen Lage. Ein Grund, von der BRD Abstand zu nehmen!

  14. legionaer123 sagt:

    Pastörs ist ein Mann den ich sehr schätze, er wäre meine erste Wahl!
    Er hat wirklich was im Kopf und hat ein unglaublich rethorisches Talent.

  15. Antiislamist sagt:

    Bin auch für Pastörs. Apfel würde die Partei vermutlich spalten, wohingegen Pastörs zwar relativ bürgerlich ist, aber auch die radikalen anspricht.

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