Bayern-NPD vor der Spaltung?

By organisator

„Junge Nationaldemokraten“-Landesvorsitzender Fischer tritt aus der Partei aus, Landesvize Meenen spielt beleidigte Leberwurst und weitere Anhänger verlassen Parteiveranstaltung.

Der mitgliederstärkste NPD-Landesverband Bayern steht nach einem Pressebericht kurz vor der Spaltung. Hintergrund: Der bisherige Vize-Landesvorsitzende Uwe Meenen sowie Teile der Nachwuchsorganisation „Junge Nationaldemokraten“ proben derweil mehr oder minder offen den Aufstand gegen den kürzlich wiedergewählten Landesvorsitzenden Ralf Ollert. 

Matthias Fischer

Der Landeschef der „Jungen Nationaldemokraten“, Matthias Fischer, ist dem Bericht zufolge zurück- und aus der Partei ausgetreten; nach der Wiederwahl Ollerts auf einem kürzlich stattgefundenen Parteitag soll Landesvize Meenen sowie ein Drittel der Delegierten die Veranstaltung vorzeitig verlassen haben. Ollert hatte 19 Stimmen mehr als Meenen auf sich vereinen können.

NPD-Bayern-Chef Ollert bestätigte die Austritte. Er hoffe nicht, dass „nun der ganze Landesverband auseinanderbricht“. Als Austrittsgrund Fischers darf man eine Stellungnahme einer außerparteilichen Demonstrations-Organisationsgruppe zu Hilfe nehmen, derzufolge bei vielen Rechten die Einsicht gereift sei, dass mit ihm „keine revolutionäre“ Politik in Bayern durchzusetzen sei. Man werde sich nicht mehr für „Aktionen und eine Landespolitik missbrauchen lassen“, hinter der man aus „elementaren Gründen der Anständigkeit“ nicht mehr stehen könne.

5 Antworten zu „Bayern-NPD vor der Spaltung?“

  1. Bauer Gerhard sagt:

    Das ist mir auch schon aufgefallen, wenn ich die Seiten von ein paar verschiedenen Kreisverbänden aungesehen habe, dass ziemliche Unterschiede in der Weltanschauung vorherrschten. Die einen beinahe sozialistisch, die anderen mehr bürgerlich. Ich glaube, dass die NPD nicht fähig sein wird einen geordneten Weg in die Zukunft anzutreten. Zu breit gefächert sind die Anschauungen, wenn ich mir Molau ansehe und so manchen anderen Zeitgenossen der bei Altermedia vorgestellt wird (habe die Namen schon wieder vergessen) dann geht da einfach nichts zusammen. Zuviele sind auch vergangenheitszentriert und weinen irgendwie dem sog. 3. Reich und ihrem Adolf nach.
    Sollen sich ruhig abspalten und ein Sektierersüppchen kochen und Revolutionen planen, der NPD wird es nicht schaden, vielleicht entsteht auch ein zartes Pflänzchen das kräftig wird.
    Deutsche machen keine Revolutionen, sie bringen auch nichts. Meist frisst die Revolution ihre Kinder und alles bleibt beim alten, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Eine Umwandlung der Gesellschaft kann nur in den Köpfen der Menschen stattfinden, die sich dann im Leben niederschlägt.

  2. Bürger Frankens sagt:

    Sollten sich die Berichte bestätigen, wäre dies natürlich in sofern zu bedauern, daß eine erfolgreiche NPD die Aufgabe hat, diese wie von Bauer Gerhard beschriebenen verschiedenen Weltanschauungen zu verbinden, bzw in eine moderne nationale Politik zu integrieren. Dies verlangt aber auch die Bereitschaft bei einer größeren ganzen Sache mit zu machen und nicht auf Biegen und Brechen auf Krawall-Nazi machen zu wollen. Leider beweisen Fischer und Co. mit ihren Austritten nur ihre PolitikUNfähigkeit. Ralf Ollert mag sicherlich nicht der grandiose Volkstribun für Bayern sein, aber er hat eine trotz seines mittleren Alters eine schon Jahrzehnte lange Politkerfahrung, er hat schon Anfang der 90er Jahre immer Gespräche mit DVU und Republikanern geführt, als noch Niemand den Deutschland-Pakt erahnte, auch wenn außer von Franz Fischer der einzige vernünftige Republikaner-Funktionär in Nürnberg leider 1995 verstorben ist, von den Reps damals keine positive Gegenreaktion kam und die DVU damals noch kaum eigene Gedanken hatte. Auch hat er in Nürnberg einer Halbmillionenstadt immerhin 3.2 % trotz Antreten der Republikaner bei der letzten Kommunalwahl erreicht. Während die Ergebnisse weder in Unterfranken (Uwe Meenen) noch in den Landkreisen Fürth und Neustadt Aisch (Matthias Fischer) sich bei der LTW im Vergleich zu der BTW 2005 verbessert haben bei der Kommunalwahl konnten in Fürth nicht einmal genügend Unterschriften gesammelt werden.

  3. rechteforderungen sagt:

    Nur eine Frage der Zeit, dann gibt es Pro Bayern. Die könnten sicher auch für viele Wähler der Freien Wähler und FDP interessant sein.

  4. AlterHund sagt:

    Man sollte eine auf demokratische Weise erfolgte Mehrheitsentscheidung akzeptieren können. In einer relativ kleinen Partei mit ebensolchen Landesverbänden geht es sicher auch überschaubar für Jeden zu, sodaß man die Meinungsbildung kennt und sich die eigenen Wahlchancen schon vorher ausrechnet. Selbst wenn der Schein getrogen und es einmal „nicht gereicht“ hat, so muß man weiter für die eigene Position werben, von der man ja selbst so überzeugt ist.
    Wenn man das nicht kann, so hat man wirklich ein Problem! Das Nicht- akzeptieren-können ist, auch wenn der weder gedacht noch formuliert wird, immer auch ein Vorwurf an die Adresse der Mehrheit: >Seht her, Ihr seid nicht fähig meinen/unseren (den richtigen!) Weg zu erkennen, vielleicht seid Ihr zu dumm, bequem oder inkonsequent<. Dementsprechend folgt der Unverstandene dem nächstbesten Impuls und verläßt seine Gemeinde. Wie man aber mit solchen Einstellungen Politik im Großen machen will, ist mir ein Rätsel. Denn zweifellos müssen sich nationale Rechte dem demokratischen Wettbewerb stellen, wenn sie die politischen Verhältnisse in der BRD nochmal ändern wollen, das bedeutet Mehrheiten (ob in der Kommune, im Land oder bei der BT-Wahl) zu suchen! Anders wird`s, ob man sich das wünscht oder nicht, kaum gehen. Deshalb muß man vielleicht froh sein, wenn manche Personen bereits bei innerparteilichen Wahlen scheitern u. die Flucht ergreifen, bevor sie in der großen Politik noch mehr Schaden anrichten.
    (Anm: Allgemeine Betrachtungen; bitte nicht unbedingt auf die Ereignisse bei der Bayern-NPD beziehen, deren reale Personen u. Beweggründe ich nicht beurteilen kann; das reale Leben ist bekanntlich komplex)
    Es gibt, außer dem neuen Versuch und der Flucht, schließlich auch noch eine dritte Möglichkeit: Der Gescheiterte anerkennt sein Scheitern, zieht sich in die zweite (dritte) Reihe zurück und arbeitet vielleicht in einer anderen aber für das Ganze ebenso nützlichen Art u. Weise oder Stellung in seiner Partei weiter mit! Für diese Partei, besser: ihre Ziele, hat er sich immerhin einmal entschieden, und solange diese Ziele nicht erreicht sind, hat er für sein Volk (um das es doch geht!) noch nichts getan.
    Mein Beitrag plädiert vor allem darauf, sich selbst zu kennen bzw. sich kennenzulernen: Wer bin ich, Was will ich und… Was k a n n ich. Nicht Jeder ist ein brillianter Stratege, ein rednerisches Talent, ein großer Organisator oder eine Führungsperson. Manchmal steckt hinter den eigenen Ambitionen nicht wirkliches Können, sondern der Wunsch nach Anerkennung, der leicht zur Selbstdarstellerei gerät. Im übrigen ist aber fast niemand (mich eingeschlossen) vor persönlichen Eitelkeiten immerzu gefeit, aber auch das muß man in Rechnung stellen u. kennen.
    Ich finde es schade, daß die kleine NPD, die m.M. nach viele gute Ansätze und talentierte Idealisten hatte und immer noch hat, wieder einmal durch selbst fabrizierte Meldungen kein gutes Außenbild abgibt. Vielleicht können die Mitglieder, die nun austreten, noch einmal in sich gehen (falls es dazu noch nicht zu spät ist) um sich zu fragen, wem sie damit helfen wollen.

  5. Beobachter sagt:

    Ich denke, um die ist es nicht schade. Sie werden mit ihrer Revolution in der Versenkung (oder in einem Aussteigerprogramm) verschwinden. Allerdings ist es durchaus zu überlegen, ob Ollert nicht demnächst mal Platz für Rossmüller oder Richter macht, die einfach mehr Elan haben.

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