Als vor wenigen Wochen Landtagswahlen in Südtirol waren, haben wir uns sehr über das tolle Ergebnis der “Freiheitlichen” gefreut. Wir dachten, dass sie nicht nur den Namen, sondern auch die Inhalte mit der FPÖ in Österreich teilen würden. Dies hatte auch den Anschein. Doch es stellt sich nun heraus, dass die Südtiroler Patrioten gewisse “Denk”muster noch immer nicht überwunden haben. Auch wird man mit zu viel Zuspruch größenwahnsinnig.
Resultat: Eine sehr peinliche Presseerklärung:
Position zur FPÖ
Der Landesparteivorstand der Freiheitlichen hat in seiner Sitzung vom 10. November 2008 beschlossen, dass die Zusammenarbeit zwischen den Südtiroler Freiheitlichen und der derzeitigen Führung der FPÖ eingestellt wird.
Weiters wurde beschlossen, dass die Südtiroler Freiheitlichen jedoch mit allen Parlamentsparteien in Wien – wenn es um weitreichende Angelegenheiten zu Südtirol geht (Autonomie, Schutzmacht Österreichs, Angriffe aus Rom gegen die deutsche und ladinische Volksgruppe) Gespräche führen werden.Dass die Zusammenarbeit mit der derzeitigen Führung der FPÖ eingestellt wird, hat mehrere Gründe:
- trotz Protest und Kritik unsererseits hat die FPÖ eine technische Zusammenarbeit mit neofaschistischen und rechtsextremen Parteien im EU-Parlament gesucht und war Mitglied in der umstrittenen ITS-Fraktion, die es heute nicht mehr gibt, weil Rumänien aufgrund verbaler Beleidigungen von Alessandra Mussolini ausgetreten ist.
- Weil Generalsekretärin Ulli Mair deswegen aus der FPÖ ausgetreten ist, hat die Führung der FPÖ ein Foto von Mair mit der Duce-Enkelin der Tageszeitung „Dolomiten“ zugespielt mit dem Hintergedanken, Mair politisch zu schaden und in Misskredit zu bringen. Zudem gab es Versuche von mehreren Seiten der FPÖ, einen Keil zwischen Leitner und Mair zu treiben. Eine Entschuldigung steht bis heute aus.
- Die FPÖ hat trotz Warnungen und Kritik unsererseits versucht, in Südtirol einen eigenen Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) auf die Beine zu stellen, weil ihnen unsere Jugendlichen politisch zu brav sind. Unsere Jugend hat aufgrund verschiedener Vorkommnisse eine Zusammenarbeit mit dem RFJ abgelehnt. Als Retourkutsche wollte die FPÖ eine eigene freiheitliche Jugendbewegung in Konkurrenz zu unserer Jugend auf die Beine stellen – und zwar mit jungen Leuten, die in Südtirol bei keiner Partei erwünscht sind.
- Im Juli dieses Jahres haben die Südtiroler Freiheitlichen mit der FPÖ schriftlich vereinbart, dass es nach beiden Wahlen (nach der Nationalratswahl in Österreich und nach den Landtagswahlen in Südtirol) zu einer Aussprache kommen wird und dass bis zu diesem Zeitpunkt alle Aktivitäten zu unterlassen sind. Als die Nationalratswahlen in Österreich erfolgreich für die FPÖ geschlagen waren, hat man nicht Rücksicht auf die noch bevorstehenden Landtagswahlen in Südtirol genommen, sondern einen FPÖ-Mandatar zur Forza Nuova geschickt, um dort Gespräche zu führen. Obwohl die FPÖ-Spitze hätte wissen müssen, dass im Falle des Bekanntwerdens dieses Treffens den Südtiroler Freiheitlichen vor den Wahlen Schaden zugefügt werden kann, ist man der Einladung nachgekommen und hat sich damit nicht an die Abmachung gehalten.
Der Reihe nach: Der (rot unterlegte) Schwachsinn könnte nicht besser in den “Qualitätsmedien” stehen. Die Fakten sehen da schon etwas anders aus. Denn was an patriotischen Parteien “rechtsextrem” sein soll, erschließt sich keinem Menschen. Dies ist genau das “Denk”muster, welchem die Südtiroler seit langem erlegen sind. Da sie unter dem italienischen Faschismus zu leiden hatten, sind italienische Patrioten, die sich auch zu ihrer Geschichte und zu dem Erbe bekennen, “böse”. Auch war nichts an der ITS-Fraktion “umstritten”, außer man ist ein Linker, dann ist einem eine unabhängige, volksfreundliche, patriotische Fraktion natürlich nicht geheuer.
Damit sind wir auch gleich beim anderen Punkt: Jugendliche Patrioten. Diese sind natürlich etwas radikaler und umtriebiger als die alten Hasen. Dies ist auch kein Problem, nur hier trifft wieder das typische Südtiroler Denkmuster zu. Da diese radikaler sind, da diese eben etwas weiter rechts stehen, da diese eben klarer die Dinge benennen, sind sie wieder “verdächtig” bis “faschistisch”.
Wir können zu den anderen Vorwürfen nicht viel sagen, da wir keine Hintergründe haben. Aber eines ist ganz sicher. Die Freiheitlichen in Südtirol haben vor allem von der Popularität der FPÖ in Österreich und deren klaren Ansagen profitiert. 14% wären ohne FPÖ nicht möglich gewesen.
Wir hoffen, dass die so genannten Freiheitlichen von ihrer Patrioten-Phobie loskommen und endlich in der Realität ankommen. Gemeinsam für unsere Vaterländer. Die italienische Rechte ist sicher kein Feind, sondern ein Verbündeter. Zur Zusammenarbeit mit der “Forza Nuova” haben wir auch etwas geschrieben.
Peinliche Presseerklärungen können nach wie vor korrigiert werden. Wir hoffen darauf.
November 14, 2008 um 13:49
Abgrenzung und Distanz untereinander ist bei den Patrioten im deutschen Kulturkreis leider eine bedauerliche Krankheit.