Skandal, Skandal…: Wasserkraftverbandschef nennt Dietrich Bonhoeffer einen „ganz gewöhnlichen Vaterlandsverräter“!

By organisator

Nach Lektüre von Frey-Literatur „ein saublöder Spruch ´rausgerutscht“.

Dietrich Bonhoeffer auf einer Briefmarke des Jahres 1995

Der Präsident des Baden-Württembergischen Wasserkraftverbandes, Manfred Lüttke, hat Dietrich Bonhoeffer posthum bescheinigt, „aufgrund seiner intensiven Kontakte mit der deutsch-feindlichen englischen Kriegspolitik (…) ein ganz gewöhnlicher Landesverräter“ zu sein. Dabei bezog er sich auf ihm laut eigener Aussage mittlerweile „nicht mehr ganz zeitgemäß“ erscheinende Literatur, nämlich ein Buch, das vom Vorsitzenden der DVU, Gerhard Frey, herausgegeben wurde. Mittlerweile hat er sich zwar mit den Worten, ihm sei „ein saublöder Spruch ´rausgerutscht“ entschuldigt, dennoch dürfte der Sturm der Empörung wohl noch etwas anwachsen. Dabei kann man seiner Aussage durchaus zustimmen; es kommt dabei eben immer darauf an, ob man in Adolf Hitler den Messias oder den Vernichter Deutschlands sehen will. Die Aussage Lüttkes wird wohl deshalb auch innerhalb des rechten Spektrums unterschiedlich bewertet werden – eines aber sollte eigentlich unstrittig sein: Jeder Mensch sollte seine Ansichten verlautbaren dürfen, ganz egal, welcher politischen Richtung er angehört. Sobald weltbildliche Aussagen – zumal zur Vergangenheit – strafrechtlich relevant werden, darf man mit Fug und Recht sagen, dass man es mit einer Gesinnungsjustiz zu tun hat. Und die Justiz sollte in der Gesinnung eines Menschen eigentlich nichts zu suchen haben.

9 Antworten zu „Skandal, Skandal…: Wasserkraftverbandschef nennt Dietrich Bonhoeffer einen „ganz gewöhnlichen Vaterlandsverräter“!“

  1. Meckerer sagt:

    Man lernt daraus, das diese BRD total unreif ist und immer noch zu heftig reagiert wenn Vergleiche kommen die mit dem NS zu tun haben und anderes. Das ist auch das was man Meinungsunfreiheit nennt, weil jedes krumme Wort sofort zum Chaos führt..

  2. arthur sagt:

    Also alles geht unter dem Motto „Widerstand gegen den NS oder den damals existierenden deutschen Staat macht heilig“.

    Man erinnere sich vor einiger Zeit sind katholische Geistliche mindestens selig gesprochen worden. Nicht weil sie grosse Glaubenstaten vollbracht hatten sondern weil sie m. W. im Krieg Fremdsender hörten und den Inhalt verbreiteten, etwas was wir heutzutage in tiefstem Frieden und grösster Freiheit als selbstverständlich – bis auf Ausnahmen – annehmen, was aber damals wohl mit Todesstrafe bedroht war, die dann wohl auch vollzogen wurde. Also keine Glaubenstat sondern etwas was wir heute als politischen Widerstand, damals als Wehrkraftzersetzung Hochverrat u.ä. jedenfals als politische Kategorie ansehen – warum die kirchlische Würdigung?
    Offensichtlich ist das dritte Reich und Hitler kanonisiert worden im einer Teilhabe an Glaubenskatogorien natürlich nicht im Reiche der Guten Geister sondern des glaubensmässig Bösen. Damit wird vieles klar

  3. kranz sagt:

    Objektiv betrachtet war Bonhoeffer bezogen auf die damaligen Zeitumstände natürlich ganz klar ein Landesverräter ! Aber als Normal-Denkender kann man nicht nachvollziehen, warum solch eine Äusserung heutzutage noch so viel Wirbel verursacht. Viel Lärm um Nichts !

  4. Hr. Gruber sagt:

    Auf was für einer armseligen Seite bin ich den hier bloß gelandet? Leute, wacht doch langsam mal auf!

    Was sich Manfred Lüttke geleistet hat ist leider deutlich mehr als ein saublöder Spruch. D. Bonhoeffer als ganz gewöhnlichen Vaterlandsverräter zu bezeichnen ist bemitleidenswert, aus mehreren Aspekten:
    1. Als Nazi müsste Herr Lüttke zumindest anerkennen, dass Bonhoeffer kein gewöhnlicher Vaterlandsverräter war. Der Mut zu aktivem Widerstand gegen eine menschenverachtende Diktatur war damals bei weitem nicht gewöhnlich.
    2. Er setzte sich sein Leben lang für die Schwachen und die Armen in der deutschen Gesellschaft ein. Antipatriotisch?? Auch nicht gewöhnlich. Ich bete selbst für Euch Nazis, dass Ihr solch eine Hilfe niemals in Anspruch nehmen müsst.
    3. Er habilitierte mit 24 Jahren. Professor der Ev. Theologie mit 24 – gewöhnlich? Ist wohl der Neid auf Intelligenz aus dem rechten Lager. Aber das weiß ja mittlerweile jedes Kind, dass es bei Nazis mit der Intelligenz nicht allzu dolle aussieht.

    Wer definiert eigentlich, wer ein Landesverräter ist? Die zufällig zu dieser Zeit amitierende Regierung oder derjenige, der sich seinem Vaterland nicht verantworlich fühlt und sein Land in Tod und Trauer stürzt bzw. Millionen unschuldiger Menschen umbringt. Leute, wacht auf! Es kann nicht sein, dass Ihr hier versucht einen Alt-Nazi wie den Lüttke zu verteidigen. Bonhoeffer ist für mich ein absoluter Patriot gewesen der sich mutig und unter Lebensgefahr gegen einen Mann und eine Bewegung engagierte, dass sein Land in der Untergang führte.

    Und das beste bei Euch Nazis ist dann immer der Spruch, dass jeder seine freie Meinung äußern sollte. Genau das, was Bonhoeffer ab 1941 verboten wurde. Ich mach hier mal Schluss, das ufert aus und ich werde wütend, dass es immer noch solche Dummköpfe wie Euch gibt.

  5. organisator sagt:

    @Hr. Gruber

    Da ich gerade sowieso Lust auf Argumentation habe, wie wärs hiermit:

    Vorneweg: „Ganz gewöhnlicher Vaterlandsverräter“… Um mal etwas Grundsätzliches zu klären: In Ihrem Kommentar entsteht der Eindruck, dass wir über den Vorfall zu einseitig unsere Meinung abgeben würden. Dazu sei Ihnen dieses Zitat aus dem Artikel noch einmal wärmstens ans Herz gelegt: „Dabei kann man seiner Aussage durchaus zustimmen; es kommt dabei eben immer darauf an, ob man in Adolf Hitler den Messias oder den Vernichter Deutschlands sehen will. Die Aussage Lüttkes wird wohl deshalb auch innerhalb des rechten Spektrums unterschiedlich bewertet werden (…)

    1. Klar ist es ein Unterschied, ob man aktiv dagegenhält oder feige davonläuft. Aber ein Landesverräter war er auf jeden Fall, geht man davon aus, dass ein Land für gewöhnlich hinter dem Krieg steht, den es führt.

    2. Sein Einsatz für die Schwachen und Armen hat mit dem Fall hier ja wohl nichts zu tun, oder? Und so ganz nebenbei: Nicht dass ich etwas gegen Obdachlose habe, aber einmal angenommen, ich füttere die antideutschen Punks in meiner Stadt durch – bin ich dann Patriot, weil ich den Armen und Schwachen meines Landes helfe? Wohl eher nicht. Das soll jetzt keine Abwertung oder Kategorisierung der Obdachlosen im Dritten Reichs ein, sondern ein Denkanstoß.

    3. Irrtum. Jedes Kind GLAUBT es zu wissen, da es die Medien so verbreiten. Dumm nur, dass sich andere Medien dann selbst widersprechen, wenn sie vom „intelligent verstellten Tarnkappen-Nazi“ faseln. Im Übrigen sei da auch das Ergebnis unserer Leserumfrage empfohlen, es wird Sie überraschen: http://patriotischesforumsueddeutschland.wordpress.com/2008/11/02/pfs-leserumfrage-teil-3/

    „Wer definiert eigentlich, wer ein Landesverräter ist? Die zufällig zu dieser Zeit amitierende Regierung oder derjenige, der sich seinem Vaterland nicht verantworlich fühlt und sein Land in Tod und Trauer stürzt bzw. Millionen unschuldiger Menschen umbringt.“

    Die Definition habe ich oben beschrieben. Ich sehe mal davon ab, neunmalklug zu erwähnen, dass Hitler Österreicher war…

    „Es kann nicht sein, dass Ihr hier versucht einen Alt-Nazi wie den Lüttke zu verteidigen.“

    Wir kennen den Lüttke nicht, wir berichten nur. Und verteidigen tun wir ihn schon gar nicht, wir weisen nur darauf hin, dass die jetzt so schröcklich Empörten genau das tun, was sie uns sonst immer vorwerfen.

    „Bonhoeffer ist für mich ein absoluter Patriot gewesen der sich mutig und unter Lebensgefahr gegen einen Mann und eine Bewegung engagierte, dass sein Land in der Untergang führte.“

    Das ist Ansichtssache. Man kann auch den Alliierten die Schuld geben.

    „Und das beste bei Euch Nazis ist dann immer der Spruch, dass jeder seine freie Meinung äußern sollte. Genau das, was Bonhoeffer ab 1941 verboten wurde.“

    Hier verweise ich Sie auf Ihre eigenen Worte:

    „Es kann nicht sein, dass Ihr hier versucht…“

    Merken Sie was?

  6. Hr. Gruber sagt:

    Nein, leider merke gar nichts außer billigem Populismus.

    „…Die Definition habe ich oben beschrieben. Ich sehe mal davon ab, neunmalklug zu erwähnen, dass Hitler Österreicher war…“
    -> Natürlich war Hitler Österreicher, aber was hat das denn bitte mit diesem Thema zu tun?? Er war Regierungschef in Deutschland, egal ob der nun aus Timbuktu oder Hawaii stammte. Da merke ich leider wieder nichts außer …

    „Das ist Ansichtssache. Man kann auch den Alliierten die Schuld geben.“
    -> Sorry, aber Sie tun mir leid. Wenn man andere Länder nach Belieben überfällt und unschuldige Menschen abschlachtet ist das in Ordnung und wenn man dann dem Gegendruck nicht standhält sind die anderen schuld? Ganz schwacher und feiger Charakterzug! Wer das auch noch argumentativ unterstützt, dem werfe ich fehlende Intelligenz/Bildung vor.

    „Nicht dass ich etwas gegen Obdachlose habe, aber einmal angenommen, ich füttere die antideutschen Punks in meiner Stadt durch – bin ich dann Patriot, weil ich den Armen und Schwachen meines Landes helfe? Wohl eher nicht. Das soll jetzt keine Abwertung oder Kategorisierung der Obdachlosen im Dritten Reichs ein, sondern ein Denkanstoß.“
    -> Sie vergleichen Punks mit Tieren, in dem Sie bewusst von füttern sprechen. Das ist menschverachtend und demaskiert Sie als Faschist, der andersdenkende und anders aussehende nicht tolerieren kann. Selbstverständlich wären Sie dann auch ein Patriot, weil Sie den Menschen in Ihrem Vaterland Gutes tun, egal aus welchen gesellschaftlichen Schichten diese kommen. Aber anscheindend wollen Patrioten das nicht.

    „1. Klar ist es ein Unterschied, ob man aktiv dagegenhält oder feige davonläuft. Aber ein Landesverräter war er auf jeden Fall, geht man davon aus, dass ein Land für gewöhnlich hinter dem Krieg steht, den es führt.“
    -> Das kann doch nicht sein, dass man solch eine schwache Meinung hat. Wenn ganz Deutschland sagt, wir sprengen den Mond in die Luft, dann muss man das auch gut finden, weil es halt alle so machen? Egal ob es für Deutschland gut ist oder nicht?

    Ich bin raus. Viel Spaß hier noch.

  7. organisator sagt:

    @Hr. Gruber

    1. Lassen wir die Spielereien. Ich habe extra deswegen gesagt, dass ich darauf verzichte, auf die Frage deutsch/österreich einzugehen.

    2. Schon mal was davon gehört, dass in Polen vor Ausbruch des WK II massenhaft Pogrome an Deutschen stattgefunden haben? So gesehen kann man den „Überfall“ eben auch als Verteidigungsmaßnahme sehen. Und noch was zur Überfall-Thematik: http://de.wikipedia.org/wiki/Bogdan_Musial Hitler kam, ob wissentlich oder nicht, laut verschiedenen angesehenen (!) Wissenschaftlern nur einem Angriff der UdSSR zuvor.

    3. Ich finde es eher menschenverachtend, dass diese Menschen von uns.. ähm, ernährt werden und dafür dann bei jeder Gelegenheit verlautbaren, dass Deutschland scheiße sei. Und zum Thema Sprache hätte ich da auch noch was für Sie: http://www.pi-news.net/2008/11/der-mut-der-lemminge/

    Desweiteren bin ich eben KEIN Patriot, wenn ich ANTIDEUTSCHE ernähre. Denn damit fördere ich ja das Anwachsen des „Antideutschentums“, und das ist eben das Gegenteil von patriotisch. Das hat absolut nichts mit der gesellschaftlichen Schicht zu tun, denn der Nationalist denkt eben nicht in Klassen; das tut nur der Sozialist.

    4. Ich bezeichne auch jeden US-Deserteur als Landesverräter, selbst wenn ich möglicherweise nichts vom Irak-, Afghanistan- oder gar vom Krieg gegen Deutschland halte.

    5. Danke, werd´ ich haben.

  8. VoxPopuli sagt:

    Kluge, abgewogene (keine Verwendung von „Dummköpfe“) Gegenrede. So muss es sein.

    Vor allem der letzte Absatz ist vorzüglich! Schöner hätte man es nicht darstellen können.

    Heute kam auch in 3Sat ein Bericht darüber, dass die Linken sich aufregen, dass Google News auch NPD-Pressemitteilungen veröffentlicht. Das sei „nicht jounalistisch“ und „nicht seriös“…. man hätte auch sagen können: Goggle News beteiligt sich nicht an Zensur.

  9. Sonnabend sagt:

    Irrtum!

    Die Aussage Lüttkes, Dietrich Bonhoeffer sei ein “ganz gewöhnlicher Vaterlandsverräter” ist keine verlautbarte Ansicht – so wie man z.B. bei hellem Tageslich nicht der „Ansicht“ sein kann, es sei dunkel, es sei denn, man ist blind – sondern eine Verunglimpfung, da Bonhoeffer de facto kein Vaterlandsverräter war, im Gegenteil.

    Ich bin zwar auch der Ansicht, dass jeder Meinung sagen können darf, egal aus welcher politischen Ecke sie stammt, weil das sowieso nur etwas über den Urheber aussagt, denn gerade Menschen, denen die intolerantesten Denkmuster zueigen sind, sind dem Personenkreis zugehörig, die immer wieder Toleranz anmahnen – diese fordern nämlich gleichfalls am nachdrücklichsten, das Tolerieren ihrer eigenen Intoleranz ein.

Eine Antwort schreiben