Normalerweise liegt dem PFS nichts ferner, als in der Vergangenheit zu wühlen, da wir ein modernes patriotisches, rechtes und nationales Portal sein wollen – egal, was in der Vergangenheit passiert ist. Weg mit dem Alten, her mit dem Neuen! Heute allerdings machen wir eine Ausnahme und gehen in das Jahr 1972 zurück, nach München, wo bei den Olympischen Spielen elf israelische Sportler als Geiseln genommen wurden, und zwar vom palästinensischen Selbstmord-Kommando “Schwarzer September”. Bei dem Versuch, sie zu befreien, starben alle elf Israelis, fünf der acht Terroristen sowie ein deutscher Polizist. Doch wer war (abgesehen vom Selbstmord-Kommando) verantwortlich für den blutigen Ausgang der Geiselnahme? Bisher war die offizielle Version diese: Die Deutschen sind schuld!
Denn “für die schief gelaufene Befreiungsaktion wurden stets die deutschen Polizeikräfte und Politiker im Krisenstab verantwortlich gemacht. Die Angehörigen der israelischen Opfer machten Schadensersatz geltend und verklagten die Bundesregierung, die bayrische Landesregierung und die Stadt München. Doch die Beweiskette gegen die Deutschen ließ sich nie schließen. Nach Angaben der Anwälte der Opfer verschwanden acht Leitz-Ordner Ermittlungsakten des Landeskriminalamts, drei Skizzen und fünf Fotomappen. Weitere Protokolle, Bandmitschriften und Dokumente sollen mit der höchsten Sperrfrist belegt sein, die sonst nur für Regierungsgeheimnisse gelten: 48 Jahre”, so Telepolis. Und weiter: “Bislang wurde dies als Beleg dafür gewertet, die Deutschen hätten etwas zu verbergen. Dies könnte aber natürlich auch ein Indiz für das genaue Gegenteil genommen werden, dass nämlich vertuscht werden soll, dass bei der Geiselbefreiung auf deutschem Boden gar nicht deutsche Politiker und Sicherheitskräfte das Sagen hatten, sondern die komplette Verantwortung in israelischen Händen gelegen habe.” Das ist auch die Kernaussage des neuen Films “1972″ der Amerikanerin Sarah Morris: Die Leitung der Operation zur Befreieung der Geiseln hatte eine israelische Einheit inne, welche sich nicht in München befand und daher auch nicht den Umständen entsprechend handelte. “Die ganze Geschichte wurde so gesteuert. als fände sie irgendwo an der israelisch-palästinensischen Grenze statt und nicht in München in einem olympischen Dorf mitten in einer olympischen Szenerie.” Die Liste von Pleiten, Pech und Pannen ist lange. Nachdem den Terroristen mit ihren Geiseln schon ein Teil der Flucht per Hubschrauber gelungen war, wurden auf acht Terroristen nur fünf Präzisionsschützen angesetzt, ohne Helm und schusssichere Westen. Sie wurden auch noch von falsch aufgestellten Scheinwerfern geblendet – die Terroristen sprengten mit einer Handgranate sich und die Geiseln in die Luft.
Was genau in dem neuen Film an´s Licht kommt, kann man direkt bei Telepolis oder im Interview des Focus mit der Filmemacherin lesen. Sollten sich die Folgerungen des Films bewahrheiten, wäre das ein Skandal internationalen Ausmaßes. Wir bleiben dran!